Gold Bars
Stand 2026
INFORMATIONSLEITFADEN

Edelmetalle als physische Sachwerte

Ein Überblick über Eigenschaften, Geschichte und Rahmenbedingungen

vorausgedacht.at

Dieses Dokument dient der allgemeinen Information und stellt weder eine Anlageberatung noch eine Aufforderung zum Kauf dar. ·

Was sind Edelmetalle?

Als Edelmetalle werden Metalle bezeichnet, die aufgrund ihrer chemischen Beständigkeit, Seltenheit und besonderen Eigenschaften seit Jahrtausenden einen festen Platz in Wirtschaft und Gesellschaft einnehmen.

Au

Gold

Ordnungszahl 79

Seit über 6.000 Jahren als Wertaufbewahrungsmittel genutzt. Chemisch nahezu unveränderlich, extrem korrosionsbeständig.

Minenförderung 2024:ca. 3.600 Tonnen weltweit
Ag

Silber

Ordnungszahl 47

Höchste elektrische und thermische Leitfähigkeit aller Metalle. Bedeutende industrielle Verwendung neben der Rolle als Sachwert.

Minenförderung 2024:ca. 25.800 Tonnen
Pt

Platin

Ordnungszahl 78

In der Erdkruste etwa so häufig wie Gold, gefördert wird jedoch deutlich weniger. Wichtig für die Automobil- und Chemieindustrie.

Minenförderung 2024:ca. 170 Tonnen
Pd

Palladium

Ordnungszahl 46

Leichter als Platin, unverzichtbar in der Abgasreinigung (Katalysatoren). Geografisch stark konzentrierte Förderung (Russland, Südafrika).

Minenförderung 2024:ca. 210 Tonnen

Fördermengen: gerundete Größenordnungen der Minenproduktion 2024 (USGS, World Gold Council) · Häufigkeit in der Erdkruste: USGS · Stand: 9/2026

Seit Jahrtausenden geschätzt – physische Edelmetalle sind endliche Rohstoffe mit vielseitiger Verwendung.

Verwendung und Nachfrage

Edelmetalle werden in verschiedenen Bereichen nachgefragt. Die Nachfragestruktur unterscheidet sich je nach Metall erheblich.

Goldnachfrage 2024

ca. 4.970 t

Industrielle Verwendung von Silber

Photovoltaik

Solarzellen-Kontakte

Elektronik

Leiterbahnen, Kontakte

Energiespeicher

Silberoxid-Batterien

Medizintechnik

Antibakterielle Beschichtungen

Wasseraufbereitung

Silberionen-Desinfektion

Optik & Beschichtung

Reflektierende Oberflächen

Quellen: World Gold Council (Gold Demand Trends FY 2024), The Silver Institute (World Silver Survey 2026, Datenjahr 2025)

Formen physischer Edelmetalle

Anlagegold

Anlagegold

MwSt.-befreit

Anlagegold: Barren mit Feingehalt ≥ 995/1000 sowie bestimmte Münzen. MwSt.-befreit gemäß § 6 UStG, sofern die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind.

Barren

Handelsübliche Gewichte: 1 g bis 1 kg (Gold), 1 oz bis 5 kg (Silber). Geprägt oder gegossen. Kennzeichnung: Hersteller, Feingehalt, Gewicht, Seriennummer. Bei LBMA-zertifizierten Herstellern weltweit standardisiert.

Gängige Einheiten: Gramm (g), Unze (oz = 31,1 g), Kilogramm (kg)

Bullionmünzen

Staatlich geprägte Münzen, meist mit aufgeprägtem Nennwert – der Krugerrand kommt ohne aus und ist allein über seinen Goldgehalt definiert. Bekannte Beispiele: Wiener Philharmoniker (AT), Krugerrand (ZA), Maple Leaf (CA), American Eagle (US). Stückelung typischerweise von 1/25 oz bis 1 oz. Hohe Fungibilität und Wiedererkennbarkeit.

Staatlich geprägte Münzen mit festem Feingehalt, international als „Bullionmünzen“ bekannt.

Depot- und Sammelverwahrung

Physisch hinterlegte Edelmetalle in zertifizierten Lagereinrichtungen. Kein direkter Handbesitz, aber nachgewiesener Eigentumsanspruch. Optionen: Bankschließfächer, spezialisierte Tresoranlagen, internationale Zollfreilager.

Eigentumsnachweis erfolgt über Depotauszüge oder Lagerzertifikate.

Von der 1-Gramm-Münze bis zum Kilobarren – physische Edelmetalle gibt es in zahlreichen Stückelungen.

Reinheit, Zertifizierung und Standards

Der Feingehalt gibt an, wie viel reines Edelmetall in einem Barren oder einer Münze enthalten ist – ausgedrückt in Tausendsteln. Beispiel: 999,9/1000 bedeutet 99,99 % reines Metall.

MetallÜbliche BezeichnungStandardMindestfeingehalt
Gold„Feingold“ / „24 Karat“LBMA Good Delivery≥ 995/1000 (typisch 999,9)
Silber„Feinsilber“LBMA Good Delivery≥ 999/1000 (typisch 999,0)
Platin„Feinplatin“LPPM Good Delivery≥ 999,5/1000
Palladium„Feinpalladium“LPPM Good Delivery≥ 999,5/1000

LBMA

Gold & Silber

Die London Bullion Market Association definiert seit 1987 den internationalen Standard für Gold- und Silberbarren. Nur akkreditierte Raffinerien werden in die „Good Delivery List“ aufgenommen – ein weltweit anerkannter Maßstab für Gewicht, Feingehalt und Kennzeichnung.

LPPM

Platin & Palladium

Die London Platinum and Palladium Market trägt das Pendant für Platin- und Palladiumbarren. Es gilt das gleiche Good-Delivery-Prinzip: akkreditierte Raffinerien, definierte Mindestfeingehalte und international anerkannte Handelbarkeit.

Quellen: LBMA, London Platinum and Palladium Market (LPPM)

Internationale Standards sichern Qualität und Handelbarkeit – weltweit.

Wie werden Edelmetalle gehandelt?

Referenzpreis(auch »Spotpreis« – der aktuelle Weltmarktpreis)

LBMA-Referenzpreise werden im elektronischen Auktionsverfahren der ICE Benchmark Administration festgestellt: Gold zweimal täglich (10:30 und 15:00 Londoner Zeit), Silber einmal täglich (12:00), Platin um 9:45 und 14:00, Palladium unmittelbar nach den Platin-Auktionen – die globale Grundlage für alle nachgelagerten Preise.

1
2

Großhandel

Bullion-Banken, Raffinerien und Brokerhäuser handeln im OTC-Markt in großen Stückelungen. Parallel dazu Futures-Märkte wie COMEX/CME.

Großhandelspreise nahe Spot – aber Mindestmenge ab ~12 kg
3

Einzelhandel

Münzhändler, spezialisierte Edelmetallgesellschaften und Online-Plattformen bieten Barren in handelsüblichen Stückelungen an.

Konditionen variieren je nach Anbieter und Stückelung
4

Aufschlag (Premium)

Die Differenz zwischen Verkaufspreis und Spotpreis. Sie deckt Prägung, Logistik, Versicherung und Händlermarge ab – also alle Kosten, die zusätzlich zum reinen Metallwert anfallen.

Je größer die Stückelung, desto geringer der Aufschlag pro Gramm
5

Rückkauf

Standardbarren etablierter Raffinerien (z. B. Heraeus, Argor-Heraeus, Münze Österreich) werden in der Regel nahe am Marktkurs zurückgekauft.

Standardisierte Barren bieten höhere Wiederverkaufsliquidität

Quellen: LBMA, ICE Benchmark Administration, COMEX/CME · Stand: 2026

Vom globalen LBMA-Referenzpreis bis zum Einzelkauf – ein etablierter, international vernetzter Markt.

Lagerung – welche Möglichkeiten gibt es?

Die Wahl des Lagerorts hängt von individuellen Anforderungen an Sicherheit, Zugriff und Kosten ab.

Heimverwahrung

Direkter physischer Zugriff. Keine laufenden Kosten. Volle Kontrolle.

Zu bedenken: Sicherheitsrisiko (Diebstahl, Feuer). Versicherung eigenverantwortlich. Bei größeren Mengen unpraktisch.

Bankschließfach

Bankübliche Sicherheitsstandards. Zugriff während Öffnungszeiten.

Zu bedenken: Inhalt ggf. nicht vollständig versichert. Zugriff im Krisenfall theoretisch einschränkbar. Laufende Kosten.

Spezialisierte Tresoranlagen

Spezialisierte Lagereinrichtungen. Versicherungsschutz je nach Vertragsgestaltung. Professionelle Bestandsführung.

Zu bedenken: Zugriff über den Anbieter. Laufende Lagerkosten. Wahl der Lagereinrichtung und Vertragsgestaltung sollten zur eigenen Situation passen.

Internationale Zollfreilager

Zolllager innerhalb des Zollgebiets der Union: die Ware befindet sich dort nicht im zoll- und steuerrechtlich freien Verkehr. Bei Weißmetallen (Silber, Platin, Palladium) kann die MwSt. unter bestimmten Voraussetzungen entfallen – abhängig von der konkreten Verwahrungsstruktur.

Zu bedenken: Zugriff über den Anbieter. Laufende Lagerkosten. Wahl der Verwahrungsstruktur und des Anbieters sollten zur eigenen Situation passen.

Die Wahl des Lagerortes beeinflusst Sicherheit, Kosten und steuerliche Rahmenbedingungen.

Steuerliche Rahmenbedingungen in Österreich

Die steuerliche Behandlung unterscheidet sich je nach Metall und Transaktionsform. Der folgende Überblick ist allgemein – die konkrete Beurteilung hängt vom Einzelfall ab.

AspektAnlagegoldSilber, Platin, Palladium
Mehrwertsteuer beim Kauf (AT)Unter bestimmten Voraussetzungen befreit gem. § 6 Abs. 1 Z 8 lit. j UStG20 % MwSt.
Spekulationsfrist (Privatvermögen)1 Jahr – danach können Gewinne unter bestimmten Voraussetzungen steuerfrei sein1 Jahr – analog zu Gold
Innerhalb der SpekulationsfristEinkommensteuer auf Veräußerungsgewinne (Freigrenze: 440 EUR p.a.)Analog zu Gold
Lagerung im AuslandIn der EU ist die Lieferung von Anlagegold in jedem Mitgliedstaat MwSt.-befreit (Art. 346 MwSt-RL 2006/112/EG). Außerhalb der EU gilt das jeweilige Recht, bei späterer Einfuhr die Einfuhrbestimmungen. Ertragsteuerlich: je nach Struktur unterschiedlich.Bei Lagerung in einem Zollfreilager kann die MwSt. unter bestimmten Voraussetzungen entfallen. Ertragsteuerliche Behandlung: einzelfallabhängig.

Hinweis

Die steuerliche Einordnung kann sich jederzeit durch Gesetzesänderungen oder Verwaltungspraxis ändern. Dieser Überblick ersetzt keine individuelle steuerliche oder rechtliche Beratung.

Definition Anlagegold

Barren mit Feingehalt ≥ 995/1000, Münzen mit ≥ 900/1000, die nach 1800 geprägt wurden und in ihrem Ursprungsland gesetzliches Zahlungsmittel sind oder waren (Aufschlag max. 80 % über Metallwert).

Stand: September 2026 · Quellen: UStG, EStG, BMF-Richtlinien, MwSt-RL 2006/112/EG (Art. 344–356) · Keine Steuerberatung

Anlagegold ist EU-weit von der Mehrwertsteuer befreit (Art. 344, 346 MwSt-RL 2006/112/EG) – bei Weißmetallen gelten andere Regeln.

Die 1-Jahres-Spekulationsfrist

365

Tage

Unter bestimmten Voraussetzungen: 0 % Steuer

§ 31 EStG: Private Veräußerungsgeschäfte

Innerhalb 1 Jahr

Veräußerungsgewinn kann der Einkommensteuer unterliegen

Freigrenze: 440 EUR

Nach 1 Jahr

Unter bestimmten Voraussetzungen kann der Veräußerungsgewinn steuerfrei sein

§ 31 EStG

FormBesteuerungHaltefrist relevant?
Physisches GoldNach Spekulationsfrist: kann entfallenJa (1 Jahr)
Gold-ETCs / Zertifikate27,5 % KEStNein
Sparbuch-Zinsen25 % KEStNein
Aktien27,5 % KEStNein
Kryptowährungen27,5 % KESt (seit 2022)Nein

Quellen: EStG § 31, BMF · Stand: 2026 · Keine Steuerberatung

365 Tage warten – danach können private Veräußerungsgewinne bei physischen Edelmetallen steuerfrei sein.

Physisch vs. Wertpapier – ein Vergleich

Physische Edelmetalle

Eigentumsform

Sachenrecht (Eigentum an physischem Gegenstand)

Emittentenrisiko

Kein klassisches Emittentenrisiko – kein Schuldverhältnis

Lagerung

Eigenverantwortung (Tresor, Bankschließfach, Lageranbieter)

Liquidität

Verkauf über Händler, Spread variiert nach Stückelung

Kosten

Aufschlag beim Kauf, ggf. Lagerkosten

Steuerliche Behandlung

Spekulationsfrist relevant (s. Folie 09)

Zugänglichkeit

Ab kleinen Stückelungen (z. B. 1 g Gold)

Wertpapiergebundene Produkte

(ETFs, ETCs, Zertifikate)

Eigentumsform

Schuldverschreibung oder Fondsanteil

Emittentenrisiko

Je nach Produkt (besichert oder unbesichert)

Lagerung

Keine – Verwahrung im Wertpapierdepot

Liquidität

Börsenhandel, schnelle Ausführung

Kosten

Managementgebühren (TER), Orderkosten

Steuerliche Behandlung

27,5 % KESt auf Gewinne (AT)

Zugänglichkeit

Ab Bruchteilsanteilen

Beide Formen haben ihre Berechtigung. Die Wahl hängt von individuellen Prioritäten wie Sicherheitsbedürfnis, Liquiditätsanforderungen und steuerlichen Rahmenbedingungen ab.

Wertpapier oder physischer Besitz – die steuerliche Behandlung und das Eigentumsmodell unterscheiden sich grundlegend.

Eigentumsrechte und Verwahrungsmodelle

Beim Erwerb physischer Edelmetalle über Dritte stellt sich die Frage: Wem gehört das Metall tatsächlich? Die Eigentumsstruktur hängt vom jeweiligen Modell ab.

Alleineigentum

(Sondervermögen)

Die Edelmetalle werden auf den Namen des Käufers gelagert und sind bilanziell vom Vermögen des Lagerhalters getrennt. Bei einer Insolvenz des Anbieters können sie – je nach vertraglicher und rechtlicher Gestaltung – geschützt sein.

Miteigentum

(Sammelverwahrung)

Mehrere Anleger besitzen Anteile an einem gemeinsamen Edelmetallbestand. Der individuelle Anteil ist rechnerisch zugeordnet, aber nicht physisch separiert.

Lieferanspruch

(Schuldrechtlich)

Der Käufer hat einen vertraglichen Anspruch auf Lieferung, besitzt aber kein dingliches Eigentum. Das Metall befindet sich in der Bilanz des Anbieters. Im Insolvenzfall besteht ein Gläubigeranspruch.

Die Eigentumsstruktur ist ein wesentlicher Aspekt bei der Wahl eines Anbieters. Es empfiehlt sich, die vertraglichen Regelungen und die rechtliche Einordnung im jeweiligen Land sorgfältig zu prüfen.

Allgemeine Darstellung · Die Rechtslage kann je nach Jurisdiktion variieren

Eigentum ist nicht gleich Eigentum – die Verwahrungsform bestimmt den rechtlichen Schutz.

Wie setzt sich der Preis zusammen?

Der Endpreis eines Edelmetallprodukts setzt sich aus dem reinen Metallwert und mehreren zusätzlichen Kostenanteilen zusammen. Die konkreten Anteile variieren je nach Anbieter, Produkt und Verwahrungsmodell.

Komponenten der Preisbildung

Spotpreis

Metallwert

+

Prägung

& Herstellung

+

Logistik

& Versicherung

+

Händlermarge

Vertrieb

=

Endpreis

Spread

Die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufspreis variiert je nach Produkt und Stückelung. Kleinere Einheiten haben typischerweise einen höheren prozentualen Aufschlag.

Lagerkosten

Bei professioneller Verwahrung fallen in der Regel jährliche Lagergebühren an. Höhe variiert je nach Anbieter, Metall und Verwahrungsmodell.

Steuerliche Komponente

Bei Silber, Platin und Palladium kommt in Österreich die Mehrwertsteuer hinzu, sofern die Metalle im Inland erworben und gelagert werden. Bei Lagerung in einem internationalen Zollfreilager kann die steuerliche Behandlung unter bestimmten Voraussetzungen abweichen (s. Folie 7).

Allgemeine Darstellung · Tatsächliche Konditionen variieren je nach Anbieter, Produkt und Verwahrungsmodell

Spotpreis, Aufschlag, Lagerung – die Gesamtkosten bestimmen den tatsächlichen Einstiegspreis.

Gold im Wandel der Jahrhunderte

01

ca. 4600 v. Chr.

Erste Goldverarbeitung

Varna (Bulgarien)

Älteste bekannte kunstvoll bearbeitete Goldgegenstände

02

ca. 550 v. Chr.

Erste Goldmünzen

König Kroisos (Lydien)

Münzen aus reinem Gold · Vorläufer: Elektron-Statere unter Alyattes

03

1717

Newtons Guinee-Kurs

Isaac Newton als Münzmeister

Vorstufe zum Goldstandard, der ab 1816/1873 entsteht

04

1944

Bretton Woods

USD an Gold gebunden

$35/oz · Globales Währungssystem

05

1971

Ende von Bretton Woods

Präsident Nixon

Dollar-Gold-Bindung gelöst · Freie Wechselkurse

06

2001–2011

Goldpreis-Anstieg

Von ca. $260 auf über $1.900/oz

Anstieg über zehn Jahre, mit der Finanzkrise ab 2008 in der Mitte

07

2024–2025

Neue Höchststände

Goldpreis in allen Hauptwährungen auf Allzeithoch

Notenbankkäufe auf Rekordniveau

Historischer Kontext

Gold hat in unterschiedlichsten politischen und wirtschaftlichen Systemen eine Rolle gespielt. Die Gründe für seine Wertschätzung haben sich im Laufe der Geschichte verändert – von Schmuck über Währungsdeckung bis zur Reserveanlage von Zentralbanken.

Von der Grabbeigabe zur Zentralbankreserve – Gold hat in jeder Epoche eine Rolle gespielt.

Kaufkraft von Gold über die Zeit

Was „Kaufkraft“ bei Gold bedeutet

Kaufkraft heißt: Wie viel von einer bestimmten Ware bekommt man für eine feste Menge Gold? Die Antwort hängt an drei Festlegungen, und jede davon verändert das Ergebnis erheblich:

  • Welche Ware? Ein Warenkorb, ein Rohstoff, eine Dienstleistung – die Preise entwickeln sich unterschiedlich. Ein einzelnes Produkt als Maßstab sagt vor allem etwas über dieses Produkt aus.

  • Welches Startjahr? Der Goldpreis schwankt stark. Ein Vergleich, der 1980 oder 2011 beginnt, sieht anders aus als einer, der 1999 oder 2015 beginnt.

  • Welche Währung und welcher Preisindex? US-Verbraucherpreise, österreichische oder ein anderer Index – und dazu der Wechselkurs – ergeben verschiedene Kurven für denselben Zeitraum.

Deshalb steht hier keine Indexkurve: Sie wäre vor allem eine Aussage über die gewählten Festlegungen, nicht über Gold.

Ein häufig zitierter Vergleich

Der Vergleich „eine Unze Gold entspricht seit jeher einem Herrenanzug“ wird häufig zitiert. Er ist ein Gedankenexperiment und kein belegter Befund: Es gibt keine durchgehende Preisreihe für „einen durchschnittlichen Herrenanzug“, und Qualität und Produktionsweise haben sich über die Jahrzehnte verändert.

Belastbar ist die schwächere Aussage: Der Goldpreis hat sich über lange Zeiträume anders bewegt als die Preise vieler Waren – mal stärker, mal schwächer, mit erheblichen Schwankungen dazwischen.

Wichtiger Hinweis

Vergangene Kaufkraftentwicklungen sind kein verlässlicher Indikator für zukünftige Ergebnisse.

Das Beispiel dient der Veranschaulichung, nicht als Prognose.

Allgemeine Einordnung ohne eigene Indexberechnung · Stand: 9/2026

Edelmetalle und Inflation – ein Blick zurück

Goldpreis vs. US-Inflationsrate (1970–2025)

1971–1980

Gold: +1.251 % (nominal)

Ø Inflation: 7,9 % p.a.

2008–2011

Gold: +82 %

Ø Inflation: 2,0 % p.a.

2020–2025

Gold: +129 %

Ø Inflation: 3,9 % p.a.

In Phasen erhöhter Inflation hat der Goldpreis historisch oft zugelegt – allerdings nicht immer und nicht proportional. Die Beziehung zwischen Gold und Inflation ist komplex und nicht deterministisch. Alle Angaben von Jahresschluss zu Jahresschluss (LBMA-Fixings, USD je Feinunze); Inflation als Mittel der US-Jahresdurchschnitte (CPI-U). Stand: 9/2026.

Vergangene Entwicklungen sind kein Indikator für die Zukunft – doch historische Muster können informieren.

Gold und Silber über 10, 25 und 50 Jahre

Gold und Silber haben sich über verschiedene Zeiträume unterschiedlich entwickelt – und in keinem davon geradlinig. Jede Zahl vergleicht zwei Stichtage; was dazwischen lag, zeigt sie nicht.

10 Jahre (2015–2025)

25 Jahre (2000–2025)

50 Jahre (1975–2025)

Gold

+307 %
+1.485 %
+2.982 %

Silber

+416 %
+1.464 %
+1.614 %

Nominal, ohne Inflation, in US-Dollar je Feinunze, auf volle Prozent gerundet. Großhandelsnotierungen, keine Kaufpreise – Auf- und Abschläge, Verwahrung und Wechselkurs sind nicht enthalten. Zwischen den Stichtagen lagen erhebliche Rückgänge: Am 8.9.2026 notierte Gold rund 20 % und Silber rund 44 % unter seinem Höchststand von Ende Januar 2026. Vergangene Entwicklungen sind kein verlässlicher Indikator für zukünftige.

Basis: Jahresschlusskurse (LBMA-Fixings) in USD je Feinunze, Endpunkt 31.12.2025 · Rückgangsangaben: eigene Kursreihe, Stand 8.9.2026

Gold und Krisen – historische Muster

01

1973

Ölkrise

+60 % in 12 Monaten

02

1979

Zweite Ölkrise / Iran

+120 % in 12 Monaten

03

2001

9/11

+5 % kurzfristig, dann Aufwärtstrend bis 2011

04

2008

Globale Finanzkrise

Kurzfristig –25 %, dann +170 % bis 2011

05

2011

EU-Schuldenkrise

Hoch bei $1.921, dann –45 % bis 2015

06

2020

Covid-19-Pandemie

+30 % in 6 Monaten

07

2022

Ukraine-Krieg / Inflationsschock

+15 % in 2 Monaten

Historische Beobachtung

Gold hat in der Vergangenheit bei geopolitischen und wirtschaftlichen Krisen oft kurzfristig an Wert gewonnen. Dieser Effekt war jedoch nicht in jeder Krise gleich ausgeprägt. Nach Krisenphasen folgten teils erhebliche Korrekturen. Die Marktbedingungen und Ursachen jeder Krise sind einzigartig.

Wichtiger Hinweis

Vergangene Muster sind kein verlässlicher Indikator für zukünftige Reaktionen. Die Marktbedingungen und Ursachen jeder Krise sind einzigartig.

Quellen: LBMA, Bloomberg, Federal Reserve

Silber – Industrienachfrage und Investmentnachfrage

Silberbarren

Industrielle Nachfrage

  • Anteil der Gesamtnachfrage: ~59 %
  • Wachstumstreiber: Photovoltaik (~29 % der Industrienachfrage), Elektronik, Medizintechnik
  • Strukturelles Angebotsdefizit seit 2021

Investmentnachfrage

  • Anteil der Gesamtnachfrage: ~25 % (Barren, Münzen, ETFs)
  • Gold-Silber-Ratio: zum Jahresschluss seit 2000 zwischen 46:1 und 88:1, am 9.9.2026 rund 66:1
  • Höhere Preisvolatilität als Gold

Gold-Silber-Ratio (Jahresschlusswerte, 2000–2025)

Das Gold-Silber-Ratio gibt an, wie viele Unzen Silber eine Unze Gold kostet. Rund 66:1 am 9.9.2026 bedeutet: für 1 Unze Gold erhielt man an diesem Tag rund 66 Unzen Silber.

Kurve oben → Silber relativ günstig · Kurve unten → Silber relativ teuer

Ob sich das Ratio wieder seinem historischen Mittel annähert, ist nicht vorhersagbar.

Silber verbindet industrielle Nachfrage mit Investmentnachfrage – ein Profil, das Gold nicht bietet.

Platin und Palladium im Überblick

Platin

Jährliche Förderung: ~190 Tonnen

Hauptförderländer: Südafrika ~70 %, Russland ~12 %

Hauptverwendung:

  • Abgaskatalysatoren (Diesel)
  • Schmuck
  • Chemie
  • Wasserstofftechnologie

Preisverhältnis zu Gold: Historisch teurer, seit 2015 günstiger

Strukturelles Defizit(Nachfrage > Angebot) seit 2023

Palladium

Jährliche Förderung: ~210 Tonnen

Hauptförderländer: Russland ~40 %, Südafrika ~35 %

Hauptverwendung:

  • Abgaskatalysatoren (Benzin)
  • Elektronik
  • Zahnmedizin

Preisentwicklung 2016–2022: Von $500 auf $3.000+ USD, dann starker Rückgang

Hohe Abhängigkeit von Automobilindustrie und geopolitischer Lage

Platin und Palladium sind primär Industriemetalle mit eingeschränktem Markt für Privatkäufer. Ihre Preisentwicklung hängt stark von industriellen Konjunkturzyklen, Regulierung (Abgasnormen) und geopolitischen Faktoren ab. Die Volatilität ist in der Regel höher als bei Gold.

Quellen: Johnson Matthey, WPIC (World Platinum Investment Council)

Korrelationen – wie sich verschiedene Werte zueinander verhalten

Was Korrelation bedeutet

Der Korrelationskoeffizient beschreibt, wie stark sich zwei Werte gemeinsam oder gegenläufig bewegen. Ein Wert nahe 0 bedeutet, dass die Bewegungen weitgehend unabhängig sind; Werte nahe +1 bedeuten gleichgerichtetes Verhalten, Werte nahe –1 gegenläufiges.

GoldAktienAnleihenImmobilien
Goldidentischgeringgeringgering
Aktiengeringidentischgegenläufigmittel
Anleihengeringgegenläufigidentischgering
Immobiliengeringmittelgeringidentisch

Interpretation

Niedrige oder negative Korrelation bedeutet, dass sich zwei Werte tendenziell unabhängig voneinander oder gegenläufig bewegen.

Gold und Aktien

Gold weist historisch eine geringe Korrelation zu Aktien auf. Das lässt sich in den langfristigen Daten beobachten.

Farbkodierung

Nahe 0: Unabhängige Bewegung

Nahe 1: Gleichgerichtete Bewegung

Korrelationen verändern sich über die Zeit und können in Krisenphasen anders ausfallen als im langfristigen Durchschnitt. Die Tabelle nennt Größenordnungen, keine gemessenen Koeffizienten – sie ist an keinen bestimmten Index, Zeitraum oder Währungsraum gebunden und keine Prognose. · Qualitative Einordnung · Stand: 9/2026

Geringe historische Korrelation zwischen Gold und Aktien – ein beobachtbares Merkmal über lange Zeiträume.

Notenbanken und Gold – eine Bestandsaufnahme

Netto-Goldkäufe der Notenbanken (Tonnen/Jahr)

Nach drei Jahren über 1.000 t (2022–2024) lagen die Notenbankkäufe 2025 bei 863 t – unter dem Rekordniveau, aber über jedem einzelnen Jahreswert von 2016 bis 2021. Notenbanken handeln aus geopolitischen und strategischen Gründen, die nicht direkt auf private Anlageentscheidungen übertragbar sind.

Größte Goldreserven (Stand 2026)

USA

8.133 t

Deutschland

3.350 t

Italien

2.452 t

Frankreich

2.437 t

China

2.387 t*

Russland

2.284 t

Österreich

280 t

*offiziell gemeldet · Österreich zum Vergleich

Warum kaufen Notenbanken Gold?

  • Diversifikation der Währungsreserven

  • Verringerung der USD-Abhängigkeit

  • Geopolitische Risikostreuung

  • Kein klassisches Emittentenrisiko

  • Historische Akzeptanz als Reservemedium

Quellen: World Gold Council (Gold Demand Trends FY 2025), OeNB, IWF · Stand: 9/2026 · Werte werden nachträglich revidiert

Häufig gestellte Fragen

Was unterscheidet physische Edelmetalle von ETFs oder Zertifikaten?

Bei physischen Barren besitzt man den Sachwert direkt – kein klassisches Emittenten- oder Gegenparteirisiko wie bei Finanzprodukten. Es sind unterschiedliche Eigentumsformen mit unterschiedlichen Kostenstrukturen und unterschiedlicher steuerlicher Behandlung.

Ab welcher Menge fängt man an?

Es gibt keinen fixen Mindestbetrag. Über das Experten-Netzwerk von vorausgedacht.at sind je nach Anbieter sowohl einmalige Käufe als auch wiederholte kleinere Käufe ab jeweils ca. 50 € möglich. Durch die Bündelung über spezialisierte Anbieter entstehen Konditionen, die sich am Großhandelsniveau orientieren. Details im Gespräch.

Wie ist Anlagegold steuerlich behandelt?

Anlagegold ist in Österreich gemäß § 6 UStG von der Mehrwertsteuer befreit, sofern die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind. Bei Silber, Platin und Palladium kommt im Inland in der Regel die Mehrwertsteuer hinzu – bei Lagerung in einem Zollfreilager kann sie unter bestimmten Voraussetzungen entfallen. Die konkrete steuerliche Behandlung hängt vom Einzelfall ab.

Wie kann ich Edelmetalle wieder verkaufen?

Standardbarren etablierter Raffinerien (z. B. Heraeus, Argor-Heraeus, Münze Österreich) werden in der Regel nahe am aktuellen Marktkurs zurückgekauft. Bei weniger gängigen Produkten kann der Abschlag größer ausfallen.

Wie viel Gold gibt es auf der Welt?

Rund 222.600 Tonnen wurden bisher gefördert (World Gold Council, Stand Ende des zweiten Quartals 2026). Davon rund 45 % in Schmuckform, 21 % als Barren und Münzen, 18 % bei Notenbanken, 2 % in börsengehandelten Fonds und 14 % in sonstigen Beständen. Die gesamte Goldmenge würde einen Würfel von ca. 22 m Kantenlänge ergeben.

Kann man mit Edelmetallen Geld verlieren?

Ja. Edelmetallpreise schwanken – teils deutlich. Wer zu einem Hochpunkt kauft und bei niedrigeren Kursen verkauft, realisiert einen Verlust. Zudem fallen Kosten für Erwerb, Verwahrung und ggf. Versicherung an.

Sechs Fragen, sechs Antworten – als Einstieg in ein informiertes Gespräch.

Regionaler Handel mit physischen Edelmetallen

vorausgedacht.at ist eine regionale Option, um persönliche Ansprechpartner zum Thema Kauf physischer Edelmetalle zu finden.

Österreich

Wien

Experten

Niederöst.

Experten

Oberöst.

Experten

Steiermark

Experten

Tirol

Experten

Kärnten

Experten

Salzburg

Experten

Vorarlberg

Experten

Burgenland

Experten

9

Bundesländer

24+

Regionale Experten

2010

Gründung Partner-Netzwerk

Persönlicher Kontakt für Ihre Region

vorausgedacht.at vermittelt den Kontakt zu selbstständigen, regionalen Experten für ganz Österreich. Im persönlichen Gespräch können offene Fragen rund um physische Edelmetalle besprochen werden.

Kostenloses Erstgespräch

Unverbindlich

Informations- und Vermittlungsservice · Das Gespräch ist unverbindlich und verpflichtet zu keinem Kauf oder Abschluss

Weitere Informationen

01

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Auf vorausgedacht.at Region oder Bundesland auswählen.

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Name, Telefonnummer und Region angeben. Optionale Angaben helfen bei der Zuordnung.

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Ein regionaler Ansprechpartner meldet sich in der Regel innerhalb weniger Tage.

15–20 Minuten

Der Service ist kostenlos und unverbindlich. Im Gespräch geht es um allgemeine Informationen – ob und welche Schritte daraus folgen, entscheidet jeder selbst.

2 Minuten für eine Anfrage. 15 Minuten für ein Gespräch. Der Rest ergibt sich.

Kontakt und rechtliche Hinweise

Betreiber

Mag. Stefan Gündhör

vorausgedacht.at e.U. · FN 678036m

Mooser Weg 1a / 1

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Österreich

Haftungsausschluss

Die Inhalte dieses Leitfadens dienen ausschließlich der allgemeinen Information und stellen keine individuelle Anlageberatung, Steuerberatung oder Rechtsberatung dar. vorausgedacht.at ist ein Informations- und Vermittlungsservice. Die Plattform selbst erbringt keine Beratung.

Investitionen in Edelmetalle unterliegen Marktschwankungen und können an Wert verlieren. Vergangene Wertentwicklungen und historische Muster sind kein verlässlicher Indikator für zukünftige Ergebnisse. Es wird empfohlen, Anlageentscheidungen auf Basis der individuellen Situation zu treffen und bei Bedarf unabhängige fachliche Beratung einzuholen.

Alle Angaben ohne Gewähr. Stand: März 2026.

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